Die Webseite, die Unrecht beim Namen nennt !

www.Babycaust.de

"WO RECHT ZU UNRECHT WIRD, WIRD WIDERSTAND ZUR PFLICHT, GEHORSAM ABER VERBRECHEN!"

                                                                                                         Papst Leo XIII.(1891)

 

 

 

 Aktuelle Beiträge

Das grundlegende Menschenrecht, die Voraussetzung
für alle anderen Rechte, ist das Recht auf das Leben selbst.
Das gilt für das Leben von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende.
Abtreibung kann demgemäß kein Menschenrecht sein.
                                                                                                             Papst Benedikt XVI am 7.9.2007

Was wir z. Zt. in Europa erleben, ist ein Genozid der Völker:
Wir töten unsere eigene Nachkommenschaft - rechtswidrig aber straffrei -
(größtenteils auch noch vom Staat finanziert)
und
in das Vacuum der fehlenden Kinder lassen die Politiker
Flüchtlinge aus "aller Herren Länder" strömen, damit
der Exodus des eigenen Volkes möglichst lange unbemerkt bleibt.

Das bevorstehende Chaos ist gewollt?
Gibt es noch wache Demokraten in Deutschland?

Glaubt nicht, Ihr könntet euch über Gott lustig machen!
Ihr werdet das ernten, was ihr gesät habt.
                                                                                   Gal. 5,25-26

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 Zur Dokumentation
- Vom "Gesundheitszentrum" zum
"Tötungszentrum" -

www.babycaust.de

Anwalt des Münchner "Immobilien-Clans" Hans Hammer
verweigert im Unterlassungsstreit Zustimmung.
20.05.2017
Es wird gelogen, daß sich die Balken biegen
Wie wird das Landgericht München reagieren?
08.05.2017
Freiham Entwicklungs GmbH & Co. KG
 will auf "ungeraden Wegen"
eine Unterlassung gegen Lebensrechtler erwirken
21.04.2017
Prof. Dr. Norbert Lammert
über die Barbarei der Sprache
29.03.2017
Das Unvergleichliche ...
- Reflexion über die moralisch erzwungene Verdummung -
24.02.2017
Mit dem widerrechtlichen Abschleppen eines VW-Busses
in Viernheim und den Folgen werden wir uns noch
länger befassen müssen. 
17.02.2017
Wie gehen Sie damit um?
med. "Dienstleistungen" damals und heute ?
08.02.2017
Kinder wie die Zeit vergeht ... Abtreiber Stapf wird 71. 30.01.2017
Prof. Dr. Norbert Lammert am 27. Januar 2017
"Die Geschichte zeigt: 'Die Würde des Menschen ist antastbar'"
28.01.2017

Nach dem „Holocaust-Gedenktag"
auch einen „Babycaust-Gedenktag“ einführen!

26.01.2017

Ist das noch zu toppen?
Sechsfache Mutter tötet in drei verschiedenen Städten Deutschlands
routinemäßig Kinder vor deren Geburt (rechtswidrig aber straffrei)

18.01.2017

Anfrage an das Referat Gesundheit un Umwelt München

12.01.2017

"Ich selber bin jedenfalls ...noch fester entschlossen"

11.01.2017

Aktuelles in Sachen Friedrich Stapf. Hans Hammer
und "Freiham Medicare München"

10.01.2017

 

 
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Am
HOLOCAUST

des Nationalsozialismus,
vor mehr als 72 Jahren,
kann heute
als mahnendes Beispiel
nur erinnert werden.
An den damaligen Geschehnissen läßt sich leider nichts mehr ändern.

 

Am
BABYCAUST

der sogenannten Demokraten,
den wir heute aktuell erleben,
können wir nicht nur erinnern,
sondern sofort beenden,
 ... wenn wir es wollten!
 


 

Viele Kreuze pflastern
den Weg
in den Abgrund!

 

 

 

 

   

 

Initiative Nie Wieder!

Cestarostraße 2,  D‑69469 Weinheim

Telefon: 06201/2909929    Fax: 06201/2909928

E-Mail: info@babycaust.de

     - Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf! -

 

 

Pressemeldung

Nach dem „Holocaust-Gedenktag"
auch einen „Babycaust-Gedenktag“ einführen!


Der 27. Januar ist seit 1996 „Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“.
An diesem Tag wird weltweit in verschiedenen Veranstaltungen besonders der Millionen Opfer des Nationalsozialismus gedacht.
Dieser Gedenktag ist wichtig und richtig, denn die Verbrechen der NS-Diktatur sollen den nachfolgenden Generationen als mahnendes Beispiel vor Augen geführt und alles unternommen werden, dass solches Unrecht nie wieder geschieht.

Die Initiative „Nie Wieder“ fordert erstens, den 28.12. (weltweit liturgischer "Tag der unschuldigen Kinder") als „Babycaust-Gedenktag“ einzuführen,
zweitens
sofort den weltweiten „Massenmord an unseren ungeborenen Kindern“ zu stoppen.

"Unsere Politiker sind doch nicht mehr glaubwürdig, wenn sie jedes Jahr einen Kranz am Holocaust-Gedenkmal niederlegen, großartige Reden schwingen und den
derzeitig stattfindenen „Babycaust“, den Massenmord an unseren ungeborenen Kindern, nicht nur zulassen, sondern größtenteil auch noch staatlich finanzieren", erklärt Günter Annen, der Vorsitzende der Initiative "Nie wieder".

Wann werden deutsche Politiker und die Justiz sich endlich die folgende Feststellung der Frankfurter Richter im sogenannten „Hadamar-Prozeß“ vom 21.3.1947 zu Herzen nehmen und auch die zur Zeit stattfindende „rechtwidrige, aber straffreie“ Ermordung ungeborener Kinder beenden?

 

"Es gibt ein über den Gesetzen stehendes Recht, das allen formalen Gesetzen als letzter Maßstab dienen muß. Es ist das Naturrecht, das der menschlichen Rechtssetzung unabdingbare und letzte Grenzen zieht. Es gibt letzte Rechtssätze, die so tief in der Natur verankert sind, daß sich alles, was als Recht und Gesetz, Moral und Sitte gelten soll, im letzten nach diesem Naturrecht, diesem über den Gesetzen stehenden Recht, auszurichten hat...

Verstößt ein Gesetz hiergegen und verletzt es die ewigen Normen des Naturrechts, so ist dieses Gesetz seines Inhalts wegen nicht mehr mit dem Recht gleichzusetzen. Es entbehrt nicht nur der verpflichtenden Kraft für den Staatsbürger, sondern es ist rechtsungültig und darf von ihm nicht befolgt werden. Sein Unrechtsgehalt ist dann so erheblich, daß es niemals zur Würde des Rechts gelangen kann, obwohl der Gesetzgeber diesen Inhalt in die äußerlich gültige Form eines Gesetzes gekleidet hat.

Einer dieser in der Natur tief und untrennbar verwurzelten Rechtssätze ist der Satz von der Heiligkeit menschlichen Lebens und dem Recht des Menschen auf dieses Leben..."

Weinheim, 26. Januar 2017
Initiative „Nie Wieder“
gez. Klaus Günter Annen

 

 

 

 

 

 

Das Unvergleichliche, hier wird`s Ereignis
Reflexion über die moralisch erzwungene Verdummung

Von Egon Flaig

 

Woher wissen wir, daß ein Taschentuch kein Aschenbecher ist? Weil wir unterscheiden. Und zum Unterscheiden müssen wir negieren: »Taschentüchlein, du bist kein Aschenbecher!«

Ohne das Negieren blubberte alles, was existiert, in ödem Brei grauer Indifferenz, bestimmungsloser Identität: Das Taschentuch wäre ein Tischbein wäre ein Federmäppchen wäre eine Tastatur wäre eine Zigarette wäre . . . Offensichtlich gelingt das Bestimmen überhaupt erst vermittelst eines ständigen Negierens – »omnis determinatio est negatio«; und nur darum gerät das Denken. Indes, wie könnte man negieren, wenn man nicht vergliche?
 

Um negieren zu können, benötigen wir das Vergleichen: Die Merkmale, die zusammen ein Taschentuch ergeben, sind nicht dieselben wie jene, die eine Tastatur oder einen Slip ergeben. Um negieren zu können, muß der Verstand bereits verglichen haben. Das Vergleichen dürfte mithin die maßgebliche Operation sein, um zu differenzieren. Vergleichend gewinnen wir differenzierte Vorstellungen; allein mittels des Vergleiches gestalten wir das Inventar der Differenzen komplexer und raffinierter, um weiterzukommen beim Begreifen dessen, was der Fall ist. Alles was existiert, ist bestimmt – und deshalb nur über Negieren und Vergleichen erschließbar.
 

Vielleicht gibt es ein Absolutes, welches sich dem Vergleichen entziehen will. Ist es somit unvergleichlich? Will man es denken, muß man es von allem anderen Seienden begrifflich absondern. Dieses Absondern setzt voraus, daß man es unterschieden hat. Man muß es also zuvor schon verglichen haben mit allem Vergleichlichen. Wir kommen aus den Schranken des logischen Bestimmens nicht heraus: Nicht einmal das Absolute ist unvergleichlich.
 

Viele Intellektuelle und Nichtintellektuelle beharren darauf, dieser Sachverhalt oder jenes Ereignis seien unvergleichlich. Was richten sie an mit dieser Behauptung? Logisch gesehen reden sie Unsinn. Aber wieso sehen sie sich genötigt, diesen Unsinn von sich zu geben? Offensichtlich sind sie bemüht, bestimmten Sachverhalten einen Status zuzumessen, den nicht einmal das Absolute erreichen kann – sie kreieren Hyperabsolutes. Solcherlei geschieht, wenn es um Geltung und Tabuierung geht. Die Hohenpriester des Unvergleichlichen beabsichtigen, diesem Hyperabsoluten eine absolute Geltung zu verschaffen. Ob so etwas gelingt, hängt davon ab, wie wuchtig die moralische Einschüchterung wirkt. Martin Walser sprach nicht zu Unrecht von der Keule.
 

In der Tat, wer den Kopf aus dieser Grube selbstverschuldeter Unvernunft heraushebt, riskiert einen moralischen Kopfschuß. Daher die Furcht, den Kopf zu heben; diese

Intelligenzbegrenzung ist nicht ohne Folgen geblieben. Wir haben uns angewöhnt –

weitgehend –, den Unsinn stehen zu lassen und ihn für Sinn zu nehmen, als sei tatsächlich Sinn derjenige Unsinn, den man läßt. Es ist bequem – für die wissenschaftlichen Karrieren, für den publizistischen Erfolg und für die abgenickte Zustimmung im öffentlichen Diskurs. Die Schwierigkeit, nein zu sagen, hat sich in eine neue Gestalt verpuppt, obwohl sie dieselben Aufgaben stellt wie eh und je: zu negieren und zu vergleichen, auch wenn das Bestimmen antiquiert, das Vergleichen verboten und das Denken – auf jenem Territorium, über welches das Hyperabsolute seine Jurisdiktion ausübt – zur asozialen Aktivität geworden ist.
 

Nichts ist unvergleichlich. Keine Supernova, kein Husten, keine galaktischen Katastrophen, nicht die Schoah, nicht mein Räuspern in dieser Sekunde, nicht der Schleim in meinem Halse. Notwendigerweise ist in der Welt der Erscheinungen alles »relativ«, nichts absolut. Nicht einmal in der intelligiblen Welt sind die Ideen selber absolut, denn sie stehen in Beziehung zu anderen Ideen; und diese Bezogenheit macht sie relational. Und die Relationalität unterwirft alles Existierende der Relativierung. Wer relativiert, leugnet nicht, sondern erfüllt seine wissenschaftliche Pflicht, das Existierende in Beziehungen zu setzen. Einen Vorgang oder eine Sache zu verabsolutieren, heißt sie von ihren Kontexten zu isolieren, aus ihrer relationalen Einbettung herauszureißen, heißt der Wissenschaft zu verbieten, sie als Gegenstände zu behandeln. So lassen sie sich sakralisieren und sogar vergotten. Dann kann man nur noch andächtig den Kopf senken und beten, anstatt die Augen zu öffnen und das Gehirn anzustrengen.
 

Unvergleichlichkeit zu postulieren – im öffentlichen Raum, wo das »logon didonai« der

Griechen so lange gilt, bis wir in die finsterste Barbarei zurückgesunken sind –, heißt die intellektuelle Welt zu terrorisieren: Damit invadiert eine religiöse Sprache und eine religiöse Haltung die Welt des Wissens und des Prüfens und maßt sich an, in dieser Welt des Logos die Position des Richters einzunehmen. Wer mit diesem vorandröhnenden Postulat durch die wissenschaftliche Landschaft marschiert, treibt das Denken mit dem moralischen Granatwerfer zurück in jene selbstgegrabenen Gruben, aus denen die Vernunft sich immer wieder freikämpfen muß.

Welches Recht hatten die katholischen Bischöfe bei ihrem Israelbesuch, die Lage der Palästinenser in Ramallah mit dem Warschauer Ghetto zu vergleichen? Alles Recht der logischen und wissenschaftlichen Welt. Denn das Vergleichen führte genau dahin, wohin alles Vergleichen – methodisch sauber durchgeführt – gehen muß: Radikal different ist die Situation eines Ghettos, in dem Menschen konzentriert werden, um sie der Vernichtung entgegenzuleiten, von jener Situation einer Bevölkerung, die von ihren militanten Organisationen und von ihren arabischen Brüdern der Nachbarstaaten künstlich in einem Zustand gehalten wird, der sie prädestiniert zum hochaggressiven Potential gegen den jüdischen Staat und dessen Existenzrecht, einsetzbar und einsatzwillig, den Dschihad zu führen, bis die heilige islamische Erde gereinigt ist von diesem imperialistischen Eindringling.
 

Nie hat irgendeine israelische Regierung die Vernichtung der Palästinenser auch nur erwogen. Umgekehrt muß der jüdische Staat ständig leben mit den Vernichtungsdrohungen der islamischen, insbesondere der arabischen Welt und nicht zuletzt einiger derjenigen militanten Organisationen, welche in Ramallah das Sagen haben. Keiner der Bischöfe hat diesen Unterschied bezweifelt. Gerade das Vergleichen hat diesen heilsam ins Bewußtsein zurückgerufen.

Der terroristische Aufschrei gegen ihr Vergleichen sollte alarmieren. Denn dieses Denkverbot ist schlimmer als der terroristische Sturmlauf fanatisierter muslimischer Massen gegen die dänischen Karikaturen. Dieser kostete siebzig Menschen das Leben. Aber jenes umzäunt nicht bloß ein beträchtliches Gelände des 20. Jahrhunderts mit einem Tabu, es zur intellektuellen Sperrzone erklärend, in der die Hohenpriester des Hyperabsoluten warnungslos moralische Todesschüsse abgeben dürfen. Es entlegitimiert eine Grundoperation des begrifflichen Denkens und verfemt ihre nur dem Begriff verpflichtete Anwendung.
 

»Wer vergleicht, bestreitet das Einzigartige« – so lautet der Kernsatz des moralischen Terrors. Es gibt keinen dümmeren Satz. Wie wollen die Hohenpriester denn wissen, warum etwas Bestimmtes singulär ist? Rein logisch ist alles Existierende singulär, weil die Bedingungen des Existierens für zwei Dinge unmöglich dieselben sein können, ja weil diese Bedingungen sich für ein und dasselbe Ding bereits geändert haben, während ich diesen Satz schreibe. Doch wenn ich wissen will, in welcher Hinsicht etwas singulär ist, dann komme ich nicht umhin zu vergleichen. Wer wird bestreiten, daß das Warschauer Ghetto »singulär« war? Aber jede einzelne Krankheit meines Großvaters war es ebenso. Sogar der Rotz in meinem Taschentuch ist singulär; denn in der Geschichte unseres Weltalls werden sich die chemische Zusammensetzung und die molekulare Konstellation dieser unappetitlichen Substanz nie mehr wiederholen.
 

Alles, was existiert hat und jemals existieren wird, ist singulär. Singularität ist kein Privileg, sondern die banalste Bestimmung überhaupt. Dumm ist der obige Satz eben aus diesem Grunde: weil er das belangloseste Prädikat zu einem Privileg erheben will.
 

Als Deborah Lipstadt erklärte, die »Einzigartigkeit« der Schoah zu leugnen, sei eine Weise, die Schoah selber zu leugnen, hat sie die religiöse Dimension des Tabuierens offen ausgesprochen:(1) Wenn das Signifikante an der Schoah ihre Singularität war, dann wäre die Schoah der banalste Vorgang überhaupt. Das meint sie anscheinend nicht. Was sie sagt, meint sie nicht; und was sie meint, kann sie nicht sagen. Das passiert, wenn man etwas behauptet, was nur behauptbar ist, sofern man die »zwingende Gewalt der Vernunft« einem gewalttätigen Zwang über die Vernunft unterwirft. Lipstadt zielt auf die radikale, alle Kontexte sprengende Unvergleichlichkeit; so wird aus der Schoah ein sakrales Geschehen, das höchstens der Offenbarung Gottes am Berg Horeb gleichkommt.(2) Das geht eben nur gegen die Logik und die Vernunft. Daher greifen alle, die ihr folgen oder beistehen, zum moralischen Terror.
 

Der moralische Terrorismus ist eine logische Konsequenz einer grundsätzlich skeptischen Einstellung zu den sozialen und politischen Vorgängen. Eben weil der Skeptiker der wissenschaftlichen Wahrheit und den Methoden des Bewahrheitens nicht traut, verfügt er über keine Mittel, das Sagbare vom Unsäglichen zu unterscheiden und verfemt die wissenschaftlichen Mittel, welche das sehr wohl vermögen. Dann freilich bleibt nichts anderes übrig, als mit moralischen Tabus das Für-wahr-zu-Nehmende zu erzwingen. Das wird nicht gutgehen.
 

Wer das wissenschaftliche Feld dergestalt zu einem Gelände vorsätzlich geführter

semantischer Kämpfe zur Unterdrückung macht, hat den Weg des politischen Machtkampfes, letztlich des Terrors gewählt. Wer das tut, darf sich nicht wundern, daß andere Kulturen, die weit weniger Bedenken haben, das wissenschaftlich Wahre dem religiös Gewissen zu unterwerfen, mit brachialer Gewalt zurückschlagen und das Verabsolutierte höhnisch und herausfordernd leugnen. Das ist die unvermeidbare nietzscheanische Konsequenz: Wer die Historie als wissenschaftliche Praxis dem kulturellen Gedächtnis der eigenen Gruppe aufopfert, hat keinen gemeinsamen Boden mehr, auf welchem diskursiv mit rivalisierenden Interpretationen zu streiten wäre. Ohne gemeinsamen diskursiven Boden entscheidet die politische Macht darüber, was als wahr zu gelten hat. Und das heißt letztlich: Die Gewalt entscheidet.
 

Jener moralische Terror fordert unentwegt seine Opfer. Erinnern wir uns. Elie Wiesel hat stets bestritten, daß die Vernichtung der Armenier als Genozid gelten darf. Und 1984 behauptete Lucy Dawidowicz in Was the Holocaust Unique?, es handle sich bei den Armeniern schon deswegen nicht um einen Genozid, weil die Türken »a rational reason« hatten, die Armenier zu vernichten, wogegen »the Germans had no rational reason for killing the Jews«. Wer »rationale Gründe« bei der Vernichtung hat, begeht also keinen Völkermord. Der logische nächste Schritt besteht darin, die Schmerzen brennender Kinder als »nicht gleichwertig« zu qualifizieren, wenn es sich um Kinder eines angreifenden Staates handelt.
 

Erinnern wir uns. Nach Lévi-Strauss ist der Rassismus in allen Kulturen latent anwesend und folgt, obschon er tausenderlei verschiedene Gestalten anzunehmen vermag, in einer Hinsicht immer derselben Logik: dem anderen einen vergleichbaren Grad von Menschlichkeit abzusprechen. Vergleichbare Grade von Menschlichkeit stehen als Einsatz auf dem Spiele, das der moralische Terror gegen den vergleichenden Logos spielt.
 

Anmerkungen


1.

Mit Recht wehrt sich Deborah Lipstadt gegen die Zumutung, sich mit den Leugnern ernsthaftauseinandersetzen zu sollen. Indes, sie hat in ihrem Aufsatz Holocaust-Denial and the  Compelling Force of Reason in Patterns of Prejudice (Nr. 1/2, 1992) erklärt, eine Haltung, die zur Leugnung der »Uniqueness« der Schoah führe, sei »far more insidious than outright denial. It nurtures and is nurtured by Holocaust-denial«. Da es um die Singularität nicht gehen kann, denn alles, was existiert, ist singulär, geht es darum, mit Hilfe der Kategorie »Einzigartigkeit« eine spezifische Singularität zu postulieren, die das methodische Vergleichen als Operation wissenschaftlicher Erkenntnis verbietet. Das Vergleichen als Modus des Leugnens zu diffamieren, heißt eine Singularität zu beanspruchen, die als sakrale jenseits des methodischen Forschens menschlicher Vernunft steht.
 

2.

Wohl niemand hat so konsequent wie Elie Wiesel die Schoah aus dem kontextuellen Verlauf der Geschichte herausgebrochen, um ihr den Status einer Antioffenbarung zuzusprechen. Daher auch sein Beharren auf der Unerzählbarkeit: »But there is one tale that will never betold. And soon we will not even know its name. Nor its secret«, so Eli Wiesel in dem Aufsatz Art and Culture After the Holocaust. (In: Eva Fleischer (Hrsg.), Auschwitz. Beginning of a New Era? New York: KTAV 1977.) Doch diese Unerzählbarkeit von Erlittenem ist eine allgemeine Signatur traumatischer Erfahrungen – sei es von Kollektiven oder von Individuen –, welche sich auf abertausendfache Weise in der menschlichen Geschichte zugetragen haben.

                                                                    Quelle: Merkur, Nr. 701, Oktober 2007

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