Die Webseite, die Unrecht beim Namen nennt !

www.Babycaust.de

"WO RECHT ZU UNRECHT WIRD, WIRD WIDERSTAND ZUR PFLICHT, GEHORSAM ABER VERBRECHEN!"

                                                                                                         Papst Leo XIII.(1891)

 

 

Abtreibung ist die häufigste Todesursache

 

Abtreibung ist die häufigste Todesursache in den 27 EU-Staaten. Allein 2008 gab es 2,86 Millionen Abtreibungen. Das wurde am Mittwoch in Brüssel bekannt gegeben. Das entspricht mehr Menschen, als der Einwohnerzahl von Rom.

Die Untersuchung des spanischen Instituts für Familienpolitik zeige, dass in den 27 EU-Staaten das Demographieproblem gelöst werden könnte, wenn es keine Abtreibungen gäbe. Das sagte der italienische Präsident der Bewegung für das Leben, Carlo Casini, gegenüber Radio Vatikan.

 

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Ist die Todesstrafe wirklich abgeschafft?

 

Die Hinrichtung

In den Ländern der Erde, in denen die Todesstrafe noch nicht abgeschafft ist, werden Hinrichtungen durch Galgen, Fallbeil, elektrischen Stuhl, Erschießen oder Gaskammer vollstreckt.
Die Tötung ungeborener Kinder ist nicht minder schrecklich. Sie werden zerrissen, zerstückelt, abgesaugt oder verätzt.
Embryo-Teile, zuvor ein wunderbarer Organismus, wandern in den Abfalleimer, die "Massa carnis", zuvor eine lebende Frucht, wird wie Müll verbrannt.
Die meisten Leute weichen entsetzt zurück, wenn Ihnen Bilddokumente oder Filme von Abtreibungen vor die Augen kommen. Es sind vor allem die Befürworter des Schwangerschaftsabbruches, die vor der blutigen Wirklichkeit fliehen. Sie reden zwar ständig der Abtreibung das Wort, entziehen sich aber dem praktischen Anschauungsunterricht, der für sie ein heilsamer Schock sein könnte.

 

Der Ort der Exekution

Der Ort der Exekution von Ungeborenen muß laut Gesetz eine Klinik oder eine für den Eingriff zugelassene Einrichtung sein.
Das Krankenhaus, in dem Patienten gesunden und Schwerkranke mit dem Tode ringen, wird für Ungeborene zur Hinrichtungsstätte.

Auf das ethische Berufsbild des Arztes, der zum Hüter der Gesundheit, zum Freund und Helfer der Kranken berufen ist, fällt ein Schatten.
Ihm wird zugemutet, bei der Tötung Ungeborener Scharfrichter zu sein.
Der Narkosearzt in eigener Verantwortung, die Krankenschwester oder der Krankenpfleger sollen dem Mediziner, der den Eingriff ausführt, assistieren.

Sie werden Erfüllungsgehilfen des tödlichen Abtreibungs-Prozesses. Kein Arzt und keine Pflegekraft können gezwungen werden, einen Schwangerschaftsabbruch auszuführen.

 

Die Gnadenfrist

Die Gnadenfrist für einen todgeweihten Embryo währet nur kurze Zeit: einige Tage bis einige Wochen. Sie beginnt von dem Zeitpunkt an, zu dem die Schwangere eine staatlich anerkannte Beratungsstelle aufsucht, und endet mit dem Termin, an dem  der sogenannte "Arzt des Vertrauens" den gewollten Eingriff vornimmt. Die Gnadenfrist für das unerwünschte Kind soll möglichst kurz bemessen werden. Die Schwangere könnte sonst ihren vorher gefaßten Entschluß zur Abtreibung bereuen und für einen Freispruch ihres schuldlosen Kindes plädieren.

 

Keine Berufung

Im Abtreibungs-Prozeß ist eine Berufung gegen das Todesurteil ausgeschlossen. Während im allgemeinen Strafverfahren die Rechte des Angeklagten ständig verbessert worden sind, ist der ungeborene Mensch weitgehend entrechtet worden.
Unter dem Deckmantel äußerer Legalität verbirgt sich eine erschreckende Gefühlskälte, die es zuläßt, daß das ungeborene Leben, ein Geschöpf Gottes, ausgelöscht und weggeworfen wird.

 

(Dokument im Martin-Humer-Archiv, Sonderdruck Kirchenzeitung
der Diözese Augsburg vom 20. März 1977)

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"Wer meint, durch Gesetz festlegen zu können, wann der Schutz des menschlichen Lebens zu beginnen hat, kann ebenso kühn durch Gesetz bestimmen, wann dieser Schutz enden soll... Wir befinden uns auf einem moralisch schlüpfrigen Pfad: denn wenn man sich einmal dafür entschieden hat, daß irgendein Bereich der Menschlichkeit dem Belieben von irgend jemand anheimgestellt wird, wie bei der Abtreibungm so ist zu erwarten, daß andere Bereiche der Gesellschaft ebenfalls dem Belieben der Gesellschaft ebenfalls dem Belieben anheimgestellt werden, vor allem die Alten, die körperlich und geistig Behinderten und die Opfer von Verkehrsunfällen -,'die unnützen Esser', wie Hitler sie genannt hat"
 

(Dokument im Martin-Humer-Archiv, Deutsche Tagespost 6.Juni 1973 S.7
Bischofsvikar Dr. Teusch / Kardinal Höffner)

 

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"Meine Damen und Herren, wenn die Abtreibung in unseren Ländern freigegeben wird, dann werden auch die Versuche an Menschen wieder aufgenommen, die nach Berichten heute schon in den USA, England, Schweden an lebenden Embryonen vorgenommen werden. Wenn das geschieht, dann sollten aber die amerikanische, englische und französische Regierung so ehrlich sein und jene Ärzte feierlich rehabilitieren, die 1946 wegen Tötung von Geisteskranken und der Menschenversuche aufgehängt wurden. Dann wäre ja all das falsch gewesen, wofür wir gekämpft haben und es wäre von uns ebenso falsch gewesen, uns für die Verbrechen der Vergangenheit zu entschuldigen´.
Ich möchte aber ausdrücklich betonen: Es war nicht falsch, daß wir den einzig möglichen Versuch nach der Katastrophe des letzten Krieges machten, durch die Bitte um Vergebung und Wiedergutmachung- soweit sie überhaupt möglich war- gemeinsam ein neues Europa aufzubauen. Weil wir dieses neue Europa auch heute noch wollen, darum setzen wir uns so leidenschaftlich zur Wehr gegen einen erneuten Abstieg in die Barbarei und Tyrannei und die neuen Massenliquidationen an den wehrlosesten und schutzbedürftigsten menschlichen Wesen, den ungeborenen Kindern..."
 

(Dokument im Martin-Humer-Archiv, Deutsche Tagespost Sonderdruck 1973
Pressekonferenz des Europäischen Ärztekongress in Paris, Dr. med. Siegfried Ernst)

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Ärzte warnen:
Größtes Auschwitz der Geschichte Europas

"Wollen die europäischen Parlamente tatsächlich der irrationalen Schizophrenie verfallen und einerseits bedingungslose Friedenspolitik betreiben und andererseits den schmutzigsten aller Kriege gegen die wehrlosen Ungeborenen freigeben?
Wollen sie Auschwitz verurteilen und gleichzeitig für das größte Auschwitz der europäischen Geschichte an den werdenden Kindern freie Fahrt geben?
Wollen sie für die sizialen Lebensrechte der europäischen Völker eintreten und gleichzeitig das Leben der 'sozial schwächsten' Menschen rechtlos machen?
Wollen sie eine moderne Gesundheitsvorsorge treiben und gleichzeitig mitverursachen, daß 30 Prozent der Frauen, die abtreiben, krank werden und will man heute die Heilberufe Europas und die Ärzte mit ihrer jahrtausendealten humanen und christlichen Tradition zu Tötungsfunktionären umfunktionieren, nachdem man deutsche Ärzte 1946 aus demselben Grund zum Tode verurteilte und erhängte, weil sie die Geisteskranken liquidierten?"
 

(Dokument im Martin-Humer-Archiv, Deutsche Tagespost, Würzburg Sonderdruck 1973)

 

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"Kein Rechtsgut so schutzlos wie das ungeborene Leben"
Jurist Tröndle: Ein Kalb auf dem Schlachthof genießt mehr Schutz
 

Von der Unterdrückung wichtiger Fakten und von einem Informationsmangel lebt nach Auffassung des Freiburger Strafrechtlers Herbert Tröndle die Lobby des "Abtreibungsestablishments". In der Novemberausgabe des in Köln erscheinenden "Kolpinblattes" kritisiert der Jurist, daß die Schmerzempfindlichkeit des Embryos in der Abtreibungsdiskussion totgeschwiegen werde. Statt dessen kümmerten sich die GRÜNEN darum, den Ratten ein "humanes Sterben" zu ermöglichen. Auch Sozialdemokraten und Gewerkschaften greift Tröndle an: Sie würden sich für die flächendeckende Verbreitung von Abtreibungspraxen einsetzen; dort aber hätten "die Kinder im Mutterleib, die nur unter örtlicher Betäubung der Schwangeren zur Tötung bestimmt sind, nicht einmal den Schutz eines Kälbchens auf dem Schlachthof".
 

Nach Auffassung von Tröndle ist kein Rechtsgut in der Bundesrepublik so schutzlos wie das ungeborene Leben. Das für alle Behörden und Gerichte rechtsverbindliche Gesetz deds Bundesverfassungsgerichts, "sich schützend und fördernd vor das ungeborene Leben zu stellen", werde in der Praxis nicht mehr beachtet. Tröndles Meinung nach "wabert der Ungeist von dem 'lebensunwerten Leben' immer noch durch die Gesellschaft und wirbt erneut um Anhänger".
Doch wirke diesmal nicht wie zur Zeit des Nationalsozialismus "die pervertierte Staatsraison eines Unrechtsstaates", sondern es trete "ein Unvermögen unserer verwöhnten Wohlstandsgesellschaft" hervor, "die für die Existenz menschlichen Lebens höchstpersönlich Verantwortlichen in die Pflicht zu nehmen".
 

Dokument im Martin-Humer-Archiv, Altöttinger Liebfrauenbote. Nr.46/89.Jahrg./12.11.1989)

 

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Man muß oft etwas vergleichen, um eine Aussage machen zu können.
Allein die Tatsache, daß man das eine mit dem anderen vergleicht,
stellt noch keine Bewertung dar!

 

Warum sollte man die Verbrechen des HOLOCAUST
nicht
mit den Verbrechen des BABYCAUST vergleichen können?
 

 


 

Das Unvergleichliche,
hier wird’s Ereignis

Reflexion über die moralisch erzwungene Verdummung

Von Egon Flaig


 

Woher wissen wir, daß ein Taschentuch kein Aschenbecher ist? Weil wir unterscheiden. Und zum Unterscheiden müssen wir negieren: »Taschentüchlein, du bist kein Aschenbecher!« Ohne das Negieren blubberte alles, was existiert, in ödem Brei grauer Indifferenz, bestimmungsloser Identität: Das Taschentuch wäre ein Tischbein wäre ein Federmäppchen wäre eine Tastatur wäre eine Zigarette wäre . . . Offensichtlich gelingt das Bestimmen überhaupt erst vermittelst eines ständigen Negierens – »omnis determinatio est negatio«; und nur darum gerät das Denken. Indes, wie könnte man negieren, wenn man nicht vergliche?


 

Um negieren zu können, benötigen wir das Vergleichen: Die Merkmale, die zusammen ein Taschentuch ergeben, sind nicht dieselben wie jene, die eine Tastatur oder einen Slip ergeben. Um negieren zu können, muß der Verstand bereits verglichen haben. Das Vergleichen dürfte mithin die maßgebliche Operation sein, um zu differenzieren. Vergleichend gewinnen wir differenzierte Vorstellungen; allein mittels des Vergleiches gestalten wir das Inventar der Differenzen komplexer und raffinierter, um weiterzukommen beim Begreifen dessen, was der Fall ist. Alles was existiert, ist bestimmt – und deshalb nur über Negieren und Vergleichen erschließbar.


 

Vielleicht gibt es ein Absolutes, welches sich dem Vergleichen entziehen will.
Ist es somit unvergleichlich?
Will man es denken, muß man es von allem anderen Seienden begrifflich absondern.
Dieses Absondern setzt voraus, daß man es unterschieden hat.
Man muß es also zuvor schon verglichen haben mit allem Vergleichlichen.
Wir kommen aus den Schranken des logischen Bestimmens nicht heraus:
Nicht einmal das Absolute ist unvergleichlich.


 

Viele Intellektuelle und Nichtintellektuelle beharren darauf, dieser Sachverhalt oder jenes Ereignis seien unvergleichlich. Was richten sie an mit dieser Behauptung? Logisch gesehen reden sie Unsinn. Aber wieso sehen sie sich genötigt, diesen Unsinn von sich zu geben?

Offensichtlich sind sie bemüht, bestimmten Sachverhalten einen Status zuzumessen, den nicht einmal das Absolute erreichen kann – sie kreieren Hyperabsolutes. Solcherlei geschieht, wenn es um Geltung und Tabuierung geht. Die Hohenpriester des Unvergleichlichen beabsichtigen, diesem Hyperabsoluten eine absolute Geltung zu verschaffen. Ob so etwas gelingt, hängt davon ab, wie wuchtig die moralische Einschüchterung wirkt. Martin Walser sprach nicht zu Unrecht von der Keule.


 

In der Tat, wer den Kopf aus dieser Grube selbstverschuldeter Unvernunft heraushebt, riskiert einen moralischen Kopfschuß. Daher die Furcht, den Kopf zu heben; diese Intelligenzbegrenzung ist nicht ohne Folgen geblieben. Wir haben uns angewöhnt – weitgehend –, den Unsinn stehen zu lassen und ihn für Sinn zu nehmen, als sei tatsächlich Sinn derjenige Unsinn, den man läßt. Es ist bequem – für die wissenschaftlichen Karrieren, für den publizistischen Erfolg und für die abgenickte Zustimmung im öffentlichen Diskurs.

Die Schwierigkeit, nein zu sagen, hat sich in eine neue Gestalt verpuppt, obwohl sie dieselben Aufgaben stellt wie eh und je: zu negieren und zu vergleichen, auch wenn das Bestimmen antiquiert, das Vergleichen verboten und das Denken – auf jenem Territorium, über welches das Hyperabsolute seine Jurisdiktion ausübt – zur asozialen Aktivität geworden ist.

Nichts ist unvergleichlich. Keine Supernova, kein Husten, keine galaktischen Katastrophen, nicht die Schoah, nicht mein Räuspern in dieser Sekunde, nicht der Schleim in meinem Halse. Notwendigerweise ist in der Welt der Erscheinungen alles »relativ«, nichts absolut. Nicht einmal in der intelligiblen Welt sind die Ideen selber absolut, denn sie stehen in Beziehung zu anderen Ideen; und diese Bezogenheit macht sie relational. Und die Relationalität unterwirft alles Existierende der Relativierung. Wer relativiert, leugnet nicht, sondern erfüllt seine wissenschaftliche Pflicht, das Existierende in Beziehungen zu setzen. Einen Vorgang oder eine Sache zu verabsolutieren, heißt sie von ihren Kontexten zu isolieren, aus ihrer relationalen Einbettung herauszureißen, heißt der Wissenschaft zu verbieten, sie als Gegenstände zu behandeln. So lassen sie sich sakralisieren und sogar vergotten. Dann kann man nur noch andächtig den Kopf senken und beten, anstatt die Augen zu öffnen und das Gehirn anzustrengen.


 

Unvergleichlichkeit zu postulieren – im öffentlichen Raum, wo das »logon didonai« der Griechen so lange gilt, bis wir in die finsterste Barbarei zurückgesunken sind –, heißt die intellektuelle Welt zu terrorisieren: Damit invadiert eine religiöse Sprache und eine religiöse Haltung die Welt des Wissens und des Prüfens und maßt sich an, in dieser Welt des Logos die Position des Richters einzunehmen. Wer mit diesem vorandröhnenden Postulat durch die wissenschaftliche Landschaft marschiert, treibt das Denken mit dem moralischen Granatwerfer zurück in jene selbstgegrabenen Gruben, aus denen die Vernunft sich immer wieder freikämpfen muß.


 

Welches Recht hatten die katholischen Bischöfe bei ihrem Israelbesuch, die Lage der Palästinenser in Ramallah mit dem Warschauer Ghetto zu vergleichen? Alles Recht der logischen und wissenschaftlichen Welt. Denn das Vergleichen führte genau dahin, wohin alles Vergleichen – methodisch sauber durchgeführt – gehen muß: Radikal different ist die Situation eines Ghettos, in dem Menschen konzentriert werden, um sie der Vernichtung entgegenzuleiten, von jener Situation einer Bevölkerung, die von ihren militanten Organisationen und von ihren arabischen Brüdern der Nachbarstaaten künstlich in einem Zustand gehalten wird, der sie prädestiniert zum hochaggressiven Potential gegen den jüdischen Staat und dessen Existenzrecht, einsetzbar und einsatzwillig, den Dschihad zu führen, bis die heilige islamische Erde gereinigt ist von diesem imperialistischen Eindringling.


 

Nie hat irgendeine israelische Regierung die Vernichtung der Palästinenser auch nur erwogen. Umgekehrt muß der jüdische Staat ständig leben mit den Vernichtungsdrohungen der islamischen, insbesondere der arabischen Welt und nicht zuletzt einiger derjenigen militanten Organisationen, welche in Ramallah das Sagen haben. Keiner der Bischöfe hat diesen Unterschied bezweifelt. Gerade das Vergleichen hat diesen heilsam ins Bewußtsein zurückgerufen.


 

Der terroristische Aufschrei gegen ihr Vergleichen sollte alarmieren. Denn dieses Denkverbot ist schlimmer als der terroristische Sturmlauf fanatisierter muslimischer Massen gegen die dänischen Karikaturen. Dieser kostete siebzig Menschen das Leben. Aber jenes umzäunt nicht bloß ein beträchtliches Gelände des 20. Jahrhunderts mit einem Tabu, es zur intellektuellen Sperrzone erklärend, in der die Hohenpriester des Hyperabsoluten warnungslos moralische Todesschüsse abgeben dürfen. Es entlegitimiert eine Grundoperation des begrifflichen Denkens und verfemt ihre nur dem Begriff verpflichtete Anwendung.


 

»Wer vergleicht, bestreitet das Einzigartige« – so lautet der Kernsatz des moralischen Terrors. Es gibt keinen dümmeren Satz. Wie wollen die Hohenpriester denn wissen, warum etwas Bestimmtes singulär ist? Rein logisch ist alles Existierende singulär, weil die Bedingungen

des Existierens für zwei Dinge unmöglich dieselben sein können, ja weil diese Bedingungen sich für ein und dasselbe Ding bereits geändert haben, während ich diesen Satz schreibe.

Doch wenn ich wissen will, in welcher Hinsicht etwas singulär ist, dann komme ich nicht umhin zu vergleichen. Wer wird bestreiten, daß das Warschauer Ghetto »singulär« war? Aber jede einzelne Krankheit meines Großvaters war es ebenso. Sogar der Rotz in meinem Taschentuch ist singulär; denn in der Geschichte unseres Weltalls werden sich die chemische Zusammensetzung und die molekulare Konstellation dieser unappetitlichen Substanz nie mehr wiederholen.


 

Alles, was existiert hat und jemals existieren wird, ist singulär. Singularität ist kein Privileg, sondern die banalste Bestimmung überhaupt. Dumm ist der obige Satz eben aus diesem Grunde: weil er das belangloseste Prädikat zu einem Privileg erheben will.


 

Als Deborah Lipstadt erklärte, die »Einzigartigkeit« der Schoah zu leugnen, sei eine Weise, die Schoah selber zu leugnen, hat sie die religiöse Dimension des Tabuierens offen ausgesprochen:(1) Wenn das Signifikante an der Schoah ihre Singularität war, dann wäre die Schoah der banalste Vorgang überhaupt. Das meint sie anscheinend nicht. Was sie sagt, meint sie nicht; und was sie meint, kann sie nicht sagen. Das passiert, wenn man etwas behauptet, was nur behauptbar ist, sofern man die »zwingende Gewalt der Vernunft« einem gewalttätigen Zwang über die Vernunft unterwirft. Lipstadt zielt auf die radikale, alle Kontexte sprengende Unvergleichlichkeit; so wird aus der Schoah ein sakrales Geschehen, das höchstens der Offenbarung Gottes am Berg Horeb gleichkommt.(2) Das geht eben nur gegen die Logik und die Vernunft. Daher greifen alle, die ihr folgen oder beistehen, zum moralischen Terror.


 

Der moralische Terrorismus ist eine logische Konsequenz einer grundsätzlich skeptischen Einstellung zu den sozialen und politischen Vorgängen. Eben weil der Skeptiker der wissenschaftlichen Wahrheit und den Methoden des Bewahrheitens nicht traut, verfügt er über keine Mittel, das Sagbare vom Unsäglichen zu unterscheiden und verfemt die wissenschaftlichen Mittel, welche das sehr wohl vermögen. Dann freilich bleibt nichts anderes übrig, als mit moralischen Tabus das Für-wahr-zu-Nehmende zu erzwingen. Das wird nicht gutgehen.


 

Wer das wissenschaftliche Feld dergestalt zu einem Gelände vorsätzlich geführter semantischer Kämpfe zur Unterdrückung macht, hat den Weg des politischen Machtkampfes, letztlich des Terrors gewählt. Wer das tut, darf sich nicht wundern, daß andere Kulturen, die weit weniger Bedenken haben, das wissenschaftlich Wahre dem religiös Gewissen zu unterwerfen, mit brachialer Gewalt zurückschlagen und das Verabsolutierte höhnisch und herausfordernd leugnen. Das ist die unvermeidbare nietzscheanische Konsequenz: Wer die Historie als wissenschaftliche Praxis dem kulturellen Gedächtnis der eigenen Gruppe aufopfert, hat keinen gemeinsamen Boden mehr, auf welchem diskursiv mit rivalisierenden Interpretationen zu streiten wäre. Ohne gemeinsamen diskursiven Boden entscheidet die politische Macht darüber, was als wahr zu gelten hat. Und das heißt letztlich: Die Gewalt entscheidet.


 

Jener moralische Terror fordert unentwegt seine Opfer. Erinnern wir uns. Elie Wiesel hat stets bestritten, daß die Vernichtung der Armenier als Genozid gelten darf. Und 1984 behauptete Lucy Dawidowicz in Was the Holocaust Unique?, es handle sich bei den Armeniern schon deswegen nicht um einen Genozid, weil die Türken »a rational reason« hatten, die Armenier zu vernichten, wogegen »the Germans had no rational reason for killing the Jews«. Wer

»rationale Gründe« bei der Vernichtung hat, begeht also keinen Völkermord. Der logische

nächste Schritt besteht darin, die Schmerzen brennender Kinder als »nicht gleichwertig« zu qualifizieren, wenn es sich um Kinder eines angreifenden Staates handelt.


 

Erinnern wir uns. Nach Lévi-Strauss ist der Rassismus in allen Kulturen latent anwesend und folgt, obschon er tausenderlei verschiedene Gestalten anzunehmen vermag, in einer Hinsicht immer derselben Logik: dem anderen einen vergleichbaren Grad von Menschlichkeit abzusprechen. Vergleichbare Grade von Menschlichkeit stehen als Einsatz auf dem Spiele, das der moralische Terror gegen den vergleichenden Logos spielt.

Anmerkungen 1.

Mit Recht wehrt sich Deborah Lipstadt gegen die Zumutung, sich mit den Leugnern ernsthaft auseinandersetzen zu sollen. Indes, sie hat in ihrem Aufsatz Holocaust-Denial and the Compelling Force of Reason in Patterns of Prejudice (Nr. 1/2, 1992) erklärt, eine Haltung, die zur Leugnung der »Uniqueness« der Schoah führe, sei »far more insidious than outright denial. It nurtures and is nurtured by Holocaust-denial«. Da es um die Singularität nicht gehen kann, denn alles, was existiert, ist singulär, geht es darum, mit Hilfe der Kategorie

»Einzigartigkeit« eine spezifische Singularität zu postulieren, die das methodische Vergleichen als Operation wissenschaftlicher Erkenntnis verbietet. Das Vergleichen als Modus des Leugnens zu diffamieren, heißt eine Singularität zu beanspruchen, die als sakrale jenseits des methodischen Forschens menschlicher Vernunft steht.


 

2.

Wohl niemand hat so konsequent wie Elie Wiesel die Schoah aus dem kontextuellen Verlauf der Geschichte herausgebrochen, um ihr den Status einer Antioffenbarung zuzusprechen.

Daher auch sein Beharren auf der Unerzählbarkeit: »But there is one tale that will never be told. And soon we will not even know its name. Nor its secret«, so Eli Wiesel in dem Aufsatz Art and Culture After the Holocaust. (In: Eva Fleischer (Hrsg.), Auschwitz. Beginning of a New Era? New York: KTAV 1977.) Doch diese Unerzählbarkeit von Erlittenem ist eine allgemeine Signatur traumatischer Erfahrungen – sei es von Kollektiven oder von Individuen

–, welche sich auf abertausendfache Weise in der menschlichen Geschichte zugetragen haben. Quelle: Merkur, Nr. 701, Oktober 2007

 

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